Wie könnte ein zeitgenössisches Paradies gestaltet sein?

Angelika Fitz


Architekturzentrum Wien

Wie die Idealstadt gibt es auch das Paradies nicht – zu unterschiedlich sind die Vorstellungen davon. Da hilft nur Entspannen: Was wir auf dem Karussell verloren, holen wir uns auf der Schaukel wieder.


Bettina Leidl


KUNST HAUS WIEN

In der aktuellen Beschäftigung mit dem Genre Stillleben reflektieren Kunstschaffende die Möglichkeit, den traditionellen Bildaufbau der nature morte ins Heute zu übersetzen. Hat doch das gegenwärtige Streben nach Glück im Diesseits die Hoffnung auf Erlösung und somit das Erreichen des Paradieses abgelöst.


Christian Strasser


Q21/MuseumsQuartier Wien

In der Kunst gibt es unzählige Darstellungen vom Paradies. Für mich ist das Paradies ein Ort, an dem alle Menschen gleichberechtigt sind, man sich wohlfühlt und vieles machen kann, aber nichts tun muss – wie im MuseumsQuartier.


Christoph Thun-Hohenstein


MAK

Wenn wir ein Paradies wollen, müssen wir es gemeinsam gestalten – als Welt voller Resonanz, die unsere schönsten Eigenschaften zum Klingen bringt!


Eva Blimlinger


Akademie der bildenden Künste Wien

In einem zeitgenössischen Paradies gibt es keinen Krieg, keine Grenzen, freundliche Menschen, die ein gutes Leben führen können. Alle partizipieren auf die eine oder andere Weise an Kunst und Kultur. Und niemand kann von dort vertrieben werden.


Gerald Bast


Universität für angewandte Kunst Wien

Der Weg zu irdischen Höllen ist gepflastert mit versprochenen Paradiesen. Gute Kunst schärft die Fähigkeit zum Hinterfragen des Vordergründigen und gibt so Kraft zur Suche nach einer besseren Welt.


Gudrun Marecek


Nitsch Foundation

Jeder geliebte Gegenstand ist der Mittelpunkt eines Paradieses. Deshalb sollte kein Krieg, sollten Gleichberechtigung und Toleranz herrschen.


Hans-Peter Wipplinger


Leopold Museum

Heraklit wusste: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Auch die Vorstellungen vom Paradies ändern sich kontinuierlich. Die Kunst hinterfragt und reagiert in seismografischer Weise auf Transformation.


Herwig Kempinger


Secession

Art IS paradise.


Hubert Klocker


Sammlung Friedrichshof Stadtraum

Die Vorstellung vom Paradies als Visualisierung eines intensiv gefühlten Glückszustandes hat zu großen Werken in den Künsten geführt. Heute scheint eher die Neuropharmakologie dafür zuständig zu sein.


Johanna Schwanberg


Dom Museum Wien

Paradiesische Momente ergeben sich für mich in der Kunst oft schon aus der Sinnlichkeit der Farben und Formen, oder auch in Form von kleinen zwischenmenschlichen Gesten in einem Kunstwerk.


Karola Kraus


mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Die Carte blanche zu haben, um all unsere Visionen in naher Zukunft realisieren zu können, wäre paradiesisch.


Klaus Albrecht Schröder


Albertina

Ein Paradies auf Erden würde keine Angst, keinen Schmerz, keine Ungerechtigkeit, keine Gewalt und nicht Ausbeutung und Unterdrückung kennen: Dann hätten wir immer noch an der Last der Krankheit, des Todes und dem Verlust geliebter Menschen zu tragen. Aber es wäre leichter zu leben.


Martina Taig


KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien

Kunst vermittelt zwischen Alltags- und Kulturwelten, verbindet die Vergangenheit mit der Zukunft, ist inhaltlich wie zeitlich offen und geprägt von vernetztem Denken sowie Mut zum Experimentieren.


Michael Loebenstein


Österreichisches Filmmuseum

Als Utopie („ou tópos“ – „Nicht-Ort“) ist das Paradies flüchtig, entzieht sich ständig. Ist der Film daher gar die paradiesischste aller Kunstformen?


Monika Pessler


Sigmund Freud Museum

Für die realitätsferne Vorstellung eines „Paradieses“ sei die Ableitung aus Wunschvorstellungen charakteristisch, würde Freud meinen. Welchen irdischen Umständen und Bedrohungen verdankt sie aber ihre Wirksamkeit?


Nicolaus Schafhausen


Kunsthalle Wien

In Zeiten „sozialer Kälte“ können zeitgenössische Paradiese Sehnsuchtsorte sein, in denen der Entfremdung nachgespürt wird. Kunst kann neue Räume der Selbstbestimmung schaffen.


Peter Bogner


Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung

In einem jetzigen Paradies sollten herrschen: Glück statt Gier, Interesse statt Investment, Erhabenheit statt Neid, Freiheit statt Flucht, Harmonie statt Hochmut, Muße statt Masse, Schönheit statt Stress, Kunst statt Kommerz.


Peter Zawrel


Künstlerhaus 1050

In der (Kunst-)Welt werden wahrscheinlich niemals paradiesische Zustände herrschen (können). Uns Optimisten motiviert das jeden Tag und ungemein!


Sabine Haag


Kunsthistorisches Museum Wien

Seit jeher versuchte man, Paradiesvorstellungen auf das Hier und Jetzt zu projizieren. Von der Antike bis zur Gegenwart spielt der Begriff eine zentrale Rolle in allen Kunstformen. In diesem Sinne: „Paradise Now!"


Stella Rollig


Belvedere

Paradiese sind nie zeitgenössisch, da sie jenseits von Zeit und Raumwahrnehmung existieren. Sie können nur durch zeitgenössische Mittel beschrieben werden. Meine Paradiesvorstellung: ein Leben in der Überwindung der Gegensätze.



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