Wien aus Engel-Perspektive

Kann eine Stadt ein Paradies sein? Nein, kann sie nicht. Kann eine Stadt besser sein als ihr Ruf? Ja, kann sie! Wien zeigt seit Jahren, wie das funktioniert. Aber tut uns das auch gut?

Gerhard Hirczi © Wirtschaftsagentur Wien

Wir sudern, raunzen, mosern und jammern auf höchstem Niveau. Unser Glaserl ist immer halb leer, und wir sind hochspezialisiert darin zu sehen, was gerade nicht funktioniert: Vier Minuten auf die U-Bahn warten, die über eine Million Fahrgäste täglich transportiert? Unzumutbar. Zehn Minuten im Stau, weil Straßen repariert werden? Unerträglich. Ein kleiner Betrieb, der aus Kostengründen über die Stadtgrenze siedelt? Wirtschaftspolitisches Versagen! Dieser nihilistische Zug hat Tradition.

Da hilft es, die Perspektive zu wechseln. Aus der Vogelperspektive (oder wienerischer: der Engerlperspektive) schaut’s so aus: Mit keiner anderen U-Bahn in Europa fährt es sich so günstig und zuverlässig, in kaum einer anderen Stadt sind die Straßen so sauber und gepflegt, es kommen so viele internationale Unternehmen nach Wien wie nie zuvor …

Kleines Wien – große Welt
Menschen, die aus der großen Welt ins kleine Wien kommen, wählen Wien zur lebenswertesten Stadt der Welt. Zum neunten Mal in Folge. Und lebenswert nicht nur für die, die sich eh alles leisten können. „Wir können uns unsere Traditionen nicht aussuchen, aber wir können wissen, dass es an uns liegt, wie wir sie fortsetzen“, ist der Philosoph Jürgen Habermas überzeugt. Auch auf die Gefahr hin, dass wir das Paradies in der Stadt nie erreichen, ihm aber einen Zentimeter näher kommen: Gemma’s an!

Artikel von Gerhard Hirczi:

Gerhard Hirczi ist freiwilliger Wiener und seit 2009
Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.



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